Heimwerken: Verwirkliche deine Wohnträume mit eigenen Händen

Herzlich willkommen in der Welt des Erschaffens, Reparierens und Verschönerns. Hier bei Einrichten.org glauben wir fest daran, dass ein Zuhause erst dann eine Seele bekommt, wenn du deine eigene Energie hineinsteckst. Heimwerken ist weit mehr als nur das bloße Abarbeiten von Reparaturlisten oder das Montieren von Möbeln. Es ist ein Ausdruck deiner Persönlichkeit, ein Weg zur Selbstverwirklichung und oft eine meditative Auszeit vom stressigen Alltag.

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Stell dir das Gefühl vor: Du fährst mit der Hand über eine glatt geschliffene Holzoberfläche, die du selbst bearbeitet hast. Du betrachtest eine Wand, deren Farbe perfekt mit dem Licht im Raum spielt, weil du genau den richtigen Ton und die richtige Technik gewählt hast. Oder du genießt den ersten Abend auf der Terrasse, deren Dielen du in schweißtreibender, aber erfüllender Arbeit selbst verlegt hast. Genau darum geht es in dieser Kategorie. Wir begleiten dich von der ersten Idee über die Auswahl des richtigen Werkzeugs bis hin zum fertigen Projekt. Egal ob du blutiger Anfänger bist, der zum ersten Mal einen Akkuschrauber hält, oder ein ambitionierter Hobby-Handwerker, der seine Werkstatt professionalisieren möchte – hier findest du Inspiration, fundiertes Wissen und die nötige Motivation.

Die Grundausstattung: Dein Weg zur perfekten Werkstatt

Jedes Projekt steht und fällt mit dem richtigen Werkzeug. Viele Heimwerker machen zu Beginn den Fehler, billiges Werkzeug zu kaufen oder das Falsche für den jeweiligen Zweck zu verwenden. Das führt nicht nur zu Frust, sondern oft auch zu schlechten Ergebnissen. Eine solide Grundausstattung ist eine Investition, die sich über Jahrzehnte bezahlt macht. Wer billig kauft, kauft zweimal – dieser alte Spruch bewahrheitet sich im Handwerk fast immer.

Manuelles Werkzeug: Die Verlängerung deiner Hand

Bevor wir über elektrische Maschinen sprechen, widmen wir uns den manuellen Helfern. Sie sind leise, immer einsatzbereit und benötigen keinen Strom. In jeden gut sortierten Werkzeugkoffer gehören einige unverzichtbare Klassiker. Ein hochwertiger Schlosserhammer ist das A und O. Achte hierbei auf einen ergonomischen Griff und eine feste Verbindung zwischen Stiel und Kopf. Dazu gesellt sich ein Set aus Schraubendrehern. Hierbei solltest du auf magnetische Spitzen achten, die dir das Leben enorm erleichtern, wenn du an schwer zugänglichen Stellen arbeitest. Investiere in Chrom-Vanadium-Stahl, da dieser besonders langlebig ist und die Schraubenköpfe nicht beschädigt.

Ein weiteres unverzichtbares Utensil ist das Maßband. Ein Modell mit fünf Metern Länge und einer Stopp-Taste ist für den Innenbereich meist ausreichend. Für präzisere Arbeiten empfehlen wir zusätzlich einen Zollstock (Gliedermaßstab) aus Holz oder Kunststoff. Ergänzt wird das Mess-Duo durch eine Wasserwaage. Nichts ist ärgerlicher als ein schief hängendes Regal oder ein Bild, das die Harmonie des Raumes stört. Eine Länge von 60 bis 80 Zentimetern ist ein guter Allrounder für den Hausgebrauch.

Elektrowerkzeuge: Kraft und Präzision

Wenn Muskelkraft allein nicht ausreicht, kommen Elektrowerkzeuge ins Spiel. Der absolute König unter ihnen ist der Akkuschrauber. Er ist das am häufigsten genutzte Gerät im Haushalt. Beim Kauf solltest du auf die Voltzahl (12V oder 18V sind gängig) und die Akkukapazität (Ah) achten. Ein zweiter Akku ist Gold wert, damit du bei größeren Projekten keine Zwangspause einlegen musst. Moderne Geräte verfügen über bürstenlose Motoren, die langlebiger und kompakter sind.

Für Löcher in Betonwänden reicht ein einfacher Akkuschrauber oft nicht aus. Hier benötigst du eine Schlagbohrmaschine oder, noch besser, einen Bohrhammer. Der Unterschied ist gravierend: Während die Schlagbohrmaschine über eine mechanische Rastenscheibe vibriert, hämmert das pneumatische Schlagwerk des Bohrhammers den Bohrer regelrecht in die Wand. Das spart Kraft und schont die Nerven.

Ein weiteres wichtiges Gerät ist die Stichsäge. Sie ermöglicht dir Kurvenschnitte und das Ablängen von Brettern. Achte auf einen Pendelhub, der das Sägeblatt nicht nur auf und ab, sondern auch vor und zurück bewegt, was den Sägefortschritt deutlich beschleunigt. Für den Feinschliff sorgt schließlich ein Exzenterschleifer oder ein Deltaschleifer für Ecken und Kanten.

Sicherheit geht vor: Schütze dich selbst

Heimwerken macht Spaß, birgt aber auch Risiken. Deine Gesundheit ist dein wichtigstes Gut, und kein Projekt ist es wert, ein Auge oder einen Finger zu riskieren. Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehört zwingend eine Schutzbrille. Splitterndes Holz, Metallspäne oder Betonstaub können irreparable Schäden am Auge verursachen. Setze sie auf, sobald Maschinen laufen oder du hämmerst.

Gehörschutz ist ebenfalls essenziell. Viele unterschätzen die Lautstärke von Kreissägen oder Bohrhämmern. Ein dauerhafter Lärmpegel schädigt das Gehör schleichend. Einfache Kapselgehörschützer oder hochwertige In-Ear-Stöpsel sind eine kleine Investition mit großer Wirkung. Atemschutzmasken sind bei staubigen Arbeiten wie Schleifen oder beim Umgang mit Dämmwolle unverzichtbar. Feinstaub setzt sich in der Lunge fest und kann langfristig krank machen. Achte auf die Schutzklassen FFP2 oder FFP3.

Handschuhe schützen vor Splittern und scharfen Kanten, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden. An rotierenden Maschinen wie Bohrmaschinen oder Kreissägen sind Handschuhe absolut tabu, da sie vom Gerät erfasst werden können und die Hand hineinziehen. Hier gilt: Eng anliegende Kleidung, kein Schmuck, lange Haare zusammenbinden.

Materialkunde: Den richtigen Werkstoff wählen

Das schönste Werkzeug nützt nichts, wenn du das falsche Material verwendest. Die Auswahl an Werkstoffen ist riesig, und jede Kategorie hat ihre eigenen Tücken und Vorzüge. Wir helfen dir, den Dschungel aus Holz, Metall, Stein und Kunststoffen zu durchdringen.

Holz: Der lebendige Werkstoff

Holz ist der Klassiker im Heimwerkerbereich. Es ist warm, lässt sich gut bearbeiten und verzeiht auch mal kleine Fehler. Doch Holz ist nicht gleich Holz. Wir unterscheiden grob zwischen Massivholz und Holzwerkstoffen.

  • Massivholz: Ob Eiche, Fichte, Buche oder Kiefer – Massivholz ist Natur pur. Es arbeitet, das heißt, es dehnt sich bei Feuchtigkeit aus und zieht sich bei Trockenheit zusammen. Das musst du bei der Konstruktion beachten. Massivholz ist langlebig, stabil und kann immer wieder abgeschliffen werden.
  • Leimholz: Hierbei handelt es sich um massive Holzstäbe, die miteinander verleimt sind. Dies reduziert das Verziehen des Holzes und ermöglicht breitere Platten für Tische oder Regale.
  • Sperrholz und Multiplex: Diese Platten bestehen aus mehreren Furnierschichten, die kreuzweise verleimt sind. Das macht sie extrem stabil und formtreu. Multiplexplatten (oft Birke) sind ideal für den Möbelbau und Werkstatteinrichtungen.
  • MDF (Mitteldichte Faserplatte): Ein sehr homogener Werkstoff aus fein zerfasertem Holz. MDF hat keine Maserung, lässt sich extrem glatt schleifen und perfekt lackieren. Es ist jedoch empfindlich gegen Feuchtigkeit und weniger stabil als Multiplex.
  • OSB (Grobspanplatte): Erkennbar an den großen, sichtbaren Spänen. OSB ist günstig und stabil, wird oft im Rohbau oder für Unterkonstruktionen verwendet. In modernem Design wird die grobe Optik inzwischen auch gerne sichtbar als Stilelement eingesetzt.

Verbindungstechnik: Was hält die Welt zusammen?

Schrauben, Nägel, Dübel und Leim – die Auswahl der Verbindungstechnik entscheidet über die Stabilität deines Projekts. Bei Schrauben hat sich der Torx-Antrieb (Stern) gegenüber dem Kreuzschlitz durchgesetzt. Er überträgt die Kraft besser und verhindert das „Ausnudeln“ des Schraubenkopfes. Für Holzkonstruktionen im Außenbereich solltest du unbedingt auf Edelstahlschrauben setzen, da diese nicht rosten.

Dübel sind eine Wissenschaft für sich. Der klassische Universaldübel reicht für Bilder und leichte Regale in Mauerwerk oder Beton. Bei Gipskartonplatten (Rigips) benötigst du spezielle Hohlraumdübel, die sich hinter der Platte verknoten oder aufspreizen. Schwerlastanker kommen zum Einsatz, wenn du wirklich schwere Lasten wie Markisen oder Hängesessel sicher befestigen willst. Ein Tipp: Bohre das Loch immer etwas tiefer als der Dübel lang ist und sauge den Bohrstaub heraus, damit der Dübel perfekten Halt findet.

Leim ist oft stärker als das Holz selbst. Weißleim (Ponal) ist der Standard für Innenräume. Für den Außenbereich oder Feuchträume benötigst du wasserfesten Leim der Klasse D3 oder D4. Expressleim zieht sehr schnell an, lässt dir aber wenig Zeit zur Korrektur. Montagekleber aus der Kartusche ist ideal, um Sockelleisten oder Paneele ohne sichtbare Schrauben an der Wand zu befestigen.

Wände gestalten: Farbe, Tapete und Putz

Wände sind die Leinwand deines Zuhauses. Ihre Gestaltung beeinflusst maßgeblich die Atmosphäre eines Raumes. Helle Farben lassen Räume größer wirken, dunkle Töne schaffen Geborgenheit. Doch bevor der Pinsel geschwungen wird, ist Vorarbeit nötig.

Untergrundvorbereitung

Ein perfektes Ergebnis beginnt mit einem perfekten Untergrund. Löcher und Risse müssen verspachtelt werden. Nutze hierfür Fertigspachtel aus der Tube für kleine Makel oder Gipsspachtel zum Anrühren für größere Flächen. Nach dem Trocknen wird geschliffen. Wichtig: Wenn du über Putz streichst, der stark saugt oder sandet, ist eine Grundierung mit Tiefengrund Pflicht. Er verfestigt den Untergrund und sorgt dafür, dass die teure Wandfarbe nicht sofort aufgesogen wird, sondern gleichmäßig deckt.

Streichen wie ein Profi

Beim Streichen gilt die Regel: „Nass in nass“. Das bedeutet, du streichst Bahnen so zügig nebeneinander, dass die Farbe an den Übergängen noch feucht ist. So vermeidest du sichtbare Streifen. Beginne immer mit der Decke, dann folgen die Wände. Ecken und Kanten werden zuerst mit einem Pinsel oder einer kleinen Rolle „beschnitten“. Investiere in hochwertige Farbrollen. Billige Rollen fusseln oft und nehmen zu wenig Farbe auf. Eine gute Lammfellrolle oder hochwertige Mikrofaserwalze sorgt für ein streifenfreies Bild.

Abkleben ist eine Kunst. Verwende spezielles Malerkrepp (oft goldgelb oder violett für empfindliche Untergründe). Ziehe das Klebeband ab, solange die Farbe noch leicht feucht ist. Wartest du, bis alles komplett trocken ist, reißt du beim Abziehen oft Farbkanten mit ab und erhältst unsaubere Ränder.

Bodenbeläge: Das Fundament des Wohnens

Der Bodenbelag muss viel aushalten und prägt den Charakter des Raumes. Ob Laminat, Parkett, Vinyl oder Fliesen – selber Verlegen spart viel Geld, erfordert aber Sorgfalt.

Laminat und Klick-Vinyl

Diese Beläge sind dank moderner Klick-Systeme sehr heimwerkerfreundlich. Wichtig ist eine Trittschalldämmung unter dem Belag, um den Gehschall zu minimieren und kleine Unebenheiten auszugleichen. Achte darauf, zu den Wänden hin eine Dehnungsfuge von ca. 10 mm einzuhalten. Holz und Holzwerkstoffe arbeiten; ohne diese Fuge kann sich der Boden wölben. Klick-Vinyl ist besonders robust und in der Vollvinyl-Variante auch feuchtraumgeeignet, also ideal für Küche und Bad.

Parkett: Natur unter den Füßen

Fertigparkett wird ähnlich wie Laminat schwimmend verlegt (geklickt). Es hat eine Nutzschicht aus echtem Holz, die mehrfach abgeschliffen werden kann. Parkett fühlt sich wärmer an als Laminat und reguliert das Raumklima. Wer es noch hochwertiger mag, verklebt das Parkett vollflächig mit dem Estrich. Dies reduziert den Trittschall enorm, ist aber handwerklich deutlich anspruchsvoller.

Möbelbau und Upcycling: Kreativität ohne Grenzen

Warum teure Designermöbel kaufen, wenn man sie selbst bauen kann? Oder warum alte Möbel wegwerfen, wenn man ihnen neues Leben einhauchen kann? Möbelbau ist die Königsdisziplin des Heimwerkens.

Das Paletten-Phänomen

Möbel aus Europaletten sind nach wie vor im Trend. Sie sind günstig, stabil und versprühen einen rustikalen Industrie-Charme. Wichtig: Die Paletten müssen gründlich geschliffen werden, um Splitter zu vermeiden. Ein Anstrich mit Lasur oder Lack schützt das Holz und macht es wohnzimmertauglich. Polsterauflagen sorgen für den nötigen Komfort. Aus Paletten lassen sich Sofas, Couchtische, Betten und sogar vertikale Gärten für den Balkon bauen.

Regalbau und Stauraum

Ein einfaches Regal ist das ideale Einsteigerprojekt. Du kannst dir im Baumarkt Bretter passgenau zuschneiden lassen. Zu Hause musst du sie nur noch verbinden. Arbeite mit Winkelverbindern oder, für eine elegantere Optik, mit Holzdübeln oder Taschenlochbohrungen (Pocket Holes). Individuell gebaute Möbel nutzen Nischen und Dachschrägen optimal aus, wo Standardmöbel von der Stange versagen.

Upcycling: Aus Alt mach Neu

Die alte Kommode von der Oma passt nicht mehr in dein modernes Wohnzimmer? Bevor sie auf den Sperrmüll wandert, betrachte sie als Rohdiamant. Anschleifen und mit Kreidefarbe (Chalk Paint) streichen, verleiht ihr den angesagten Shabby-Chic-Look. Neue Griffe aus Leder, Messing oder Keramik wirken oft Wunder und verändern den Charakter eines Möbelstücks komplett. Auch das Bekleben von Schubladenfronten mit Mustertapete oder Möbelfolie ist eine schnelle und effektive Methode zur Umgestaltung.

Elektro und Sanitär: Wissen, wo die Grenzen sind

In diesen Bereichen ist besondere Vorsicht geboten. Während man beim Streichen oder Möbelbauen höchstens optische Mängel riskiert, besteht hier Gefahr für Leib, Leben und die Bausubstanz.

Elektroarbeiten: Das Austauschen einer Glühbirne oder das Montieren einer Lampe (bei ausgeschalteter Sicherung und Spannungsfreiheit!) ist für den geübten Heimwerker machbar. Alles, was darüber hinausgeht – Steckdosen verlegen, Sicherungskästen bearbeiten oder Starkstromanschlüsse (Herd) installieren – gehört zwingend in die Hände eines Elektromeisters. Fehler können zu tödlichen Stromschlägen oder Kabelbränden führen. Zudem erlischt oft der Versicherungsschutz.

Sanitärarbeiten: Einen Duschkopf wechseln, den Siphon reinigen oder eine Armatur austauschen, ist gut machbar. Achte immer darauf, die Eckventile oder den Haupthahn abzudrehen. Hanf und Dichtpaste oder modernes Dichtband sind essenziell, um Gewinde abzudichten. Schwieriger wird es bei der Installation von Unterputzspülkästen oder dem Verlegen neuer Wasserleitungen. Hier können undichte Stellen zu massiven Wasserschäden in der Wand führen, die man erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Planung und Budget: Der Schlüssel zum Erfolg

Jedes erfolgreiche Projekt beginnt im Kopf und auf dem Papier. Bevor du in den Baumarkt stürmst, nimm dir Zeit für die Planung. Miss den Raum oder den Platz für das Möbelstück exakt aus – am besten zweimal. Skizziere deine Idee. Das muss keine technische Zeichnung sein, eine einfache Handskizze hilft oft schon, Denkfehler zu erkennen.

Erstelle eine Materialliste. Was brauchst du wirklich? Vergiss Kleinteile wie Schrauben, Schleifpapier, Pinselreiniger oder Abdeckfolie nicht. Diese Positionen summieren sich schnell. Plane bei Materialien wie Fliesen, Tapeten oder Bodenbelägen immer ca. 10 bis 15 Prozent Verschnitt ein. Es gibt nichts Ärgerliches, als kurz vor Ende festzustellen, dass eine einzige Fliese fehlt – und die Charge im Markt ausverkauft ist.

Setze dir ein realistisches Budget, aber plane einen Puffer von ca. 20 Prozent für Unvorhergesehenes ein. Beim Renovieren von Altbauten stößt man oft auf Überraschungen, sobald die erste Schicht Tapete ab ist.

Inspiration und Mut zur Lücke

Lass dich inspirieren! Auf Einrichten.org, in sozialen Medien oder Zeitschriften findest du unzählige Ideen. Aber: Setze dich nicht unter Druck. Dein Projekt muss nicht aussehen wie im Hochglanzkatalog. Kleine Unregelmäßigkeiten erzählen eine Geschichte und machen dein Werk einzigartig. Es ist handgemacht, von dir. Das ist der eigentliche Wert.

Wenn mal etwas schiefgeht: Keine Panik. Fast jeder Fehler lässt sich beheben. Holz kann man spachteln, Farbe überstreichen. Sieh Fehler als Lernprozess. Mit jedem Projekt wachsen deine Fähigkeiten und dein Selbstvertrauen. Die Werkstatt ist ein Ort des Experimentierens. Trau dich an neue Techniken heran. Hast du noch nie gefliest? Probier es an einem kleinen Beistelltisch mit Mosaikfliesen aus, bevor du das ganze Badezimmer renovierst.

Smart Home für Heimwerker

Auch die Technik hält Einzug in die Heimwerkerwelt. Smart Home lässt sich wunderbar nachrüsten. Smarte Thermostate an den Heizkörpern sparen Energie und lassen sich einfach austauschen. Intelligente Lichtsysteme, die du per App steuerst, erfordern oft nur das Wechseln der Leuchtmittel oder das Zwischenschalten kleiner Module. Auch hier kannst du dein Zuhause modernisieren und den Komfort steigern, ohne Wände aufreißen zu müssen.

Heimwerken verbindet Tradition mit Moderne. Es ist die Rückbesinnung auf das Handwerkliche in einer digitalen Welt. Es erdet dich. Wenn du am Abend müde, vielleicht etwas staubig, aber glücklich auf dein Werk blickst, weißt du, warum du es getan hast. Du hast nicht nur gewohnt, du hast gestaltet.

Häufige Fragen zum Thema Heimwerken (FAQ)

Welcher Bohrer für welche Wand?

Die Wahl des Bohrers ist entscheidend. Für Ziegel, Beton oder Kalksandstein benötigst du einen Steinbohrer (erkennbar an der stumpfen Hartmetallplatte an der Spitze) und meistens eine Schlagbohrmaschine. Für Holz nimmst du Holzbohrer mit einer Zentrierspitze, die ein Verrutschen verhindert. Für Metall gibt es geschliffene HSS-Bohrer. Fliesen bohrst du mit speziellen Fliesen- oder Glasbohrern bei niedriger Drehzahl und ohne Schlagfunktion, um Sprünge zu vermeiden.

Wie entferne ich alte Tapeten am besten?

Alte Tapeten können hartnäckig sein. Weiche sie gut ein! Mische warmes Wasser mit Spülmittel oder speziellem Tapetenlöser und trage es mit einer Deckenbürste oder Sprühflasche satt auf. Lass es 15-20 Minuten einwirken. Bei wasserundurchlässigen Tapeten oder dicken Farbschichten hilft es, die Oberfläche vorher mit einer Stachelwalze (Tapetenigel) zu perforieren, damit das Wasser hinter die Tapete gelangt. Danach lassen sich die Bahnen oft mit einem Spachtel abziehen.

Wie lagere ich angebrochene Farbdosen?

Damit Farbreste nicht eintrocknen, muss die Dose luftdicht verschlossen sein. Ein bewährter Trick: Lege ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die Farboberfläche, bevor du den Deckel schließt. Das verhindert Hautbildung. Lagere Farben immer frostfrei, aber kühl. Einmal gefrorene Wandfarbe wird meist unbrauchbar (krümelig). Beschrifte den Deckel mit dem Raum und dem Datum, damit du später noch weißt, welche Farbe wo verwendet wurde.

Wann muss ich schleifen, wann reicht anlaugen?

Wenn du lackierte Oberflächen (Türen, Möbel) neu streichen willst, muss der Untergrund tragfähig sein. Ist der alte Lack noch fest und intakt, reicht es oft, ihn nur anzuschleifen (mattieren), damit der neue Lack greift. Abblätternder Lack muss komplett runter. Alternativ zum Schleifen kann man Anlauger verwenden. Das ist eine chemische Lösung, die die Oberfläche aufraut und fettfrei macht – ideal für profilierte Türen, wo man mit Schleifpapier schwer in die Ritzen kommt. Danach gründlich mit klarem Wasser nachwaschen.

Was tun, wenn das Bohrloch ausbricht?

Gerade in Altbauten mit sandigem Putz werden Bohrlöcher oft viel größer als geplant und der Dübel hält nicht. Erste Hilfe: Nimm einen größeren Dübel und die passende Schraube. Wenn das nicht hilft, kannst du das Loch mit Reparaturknete oder 2-Komponenten-Mörtel füllen, den Dübel in die weiche Masse drücken und aushärten lassen. Auch spezielles Reparaturvlies, das um den Dübel gewickelt wird, kann in ausgeleierten Löchern für Halt sorgen.

Wie vermeide ich Holzwürmer in selbstgebauten Möbeln?

Wenn du Bauholz oder Altholz verwendest, achte auf kleine, runde Löcher und Bohrmehl. Das deutet auf einen Befall hin. Im Innenbereich solltest du keine chemischen Holzschutzmittel verwenden. Hitze hilft: Kleinere Gegenstände können in die Sauna oder (vorsichtig) in den Backofen (bei ca. 60 Grad für eine Stunde). Kälte hilft auch, aber normale Gefriertruhen sind oft nicht kalt genug über einen langen Zeitraum. Bei Bauholz im Baumarkt ist das Risiko gering, da es meist technisch getrocknet wurde (kammergetrocknet), was Schädlinge abtötet.

Kann man Fliesen überstreichen?

Ja, das ist eine kostengünstige Alternative zum Neufliesen. Es gibt spezielle Fliesenlacke (oft 2-Komponenten-Systeme aus Lack und Härter). Wichtig ist die extrem gründliche Reinigung vorher, um Kalk und Fett restlos zu entfernen. Auch die Silikonfugen müssen meist entfernt werden, da auf Silikon keine Farbe hält. Das Ergebnis ist bei sorgfältiger Arbeit sehr haltbar und kann ein altmodisches Bad komplett verwandeln.

Laminat reparieren – geht das?

Kleine Kratzer oder Macken im Laminat lassen sich mit Reparaturwachs beheben. Es gibt Sets mit verschiedenen Farbtönen, die man mischen kann, um die Holzmaserung nachzuahmen. Das Wachs wird heiß gemacht, in die Macke getropft und nach dem Erhärten glatt abgezogen. Bei großen Schäden oder aufgequollenen Fugen durch Wasser hilft meist nur der Austausch der betroffenen Planke. Dank Klick-System ist das möglich, erfordert aber, dass man den Boden von der Wand her bis zur beschädigten Stelle aufnimmt.